Aufbau, Aufgabentypen und Bewertung der vier großen Deutschprüfungen — auf Grundlage der offiziellen Unterlagen des Goethe-Instituts.
Aufbau Teil für Teil, Aufgabentypen, Zeiten und Bewertung
Der größte Zeitfresser bei der Prüfungsvorbereitung ist, nicht zu wissen, wie bewertet wird. Wie viele Aufgaben hat welcher Teil, wie viele richtige Lösungen reichen wirklich, welche Regeln setzen die Punktzahl im Schreiben auf null — wer das nicht weiß, lernt im Blindflug.
Dieser Ratgeber stützt sich auf die offiziellen Modellsätze / Übungssätze des Goethe-Instituts und auf die Durchführungsbestimmungen. Keine Vermutungen, kein Hörensagen — jede Tabelle stammt aus einer offiziellen Quelle.
Prüfungsgebühren und Anmeldetermine stehen hier nicht, da sie sich ändern — es geht ausschließlich um Aufbau und Bewertung. Gebühren und Termine finden Sie auf der Seite Ihres örtlichen Goethe-Instituts.
| A1 (Start Deutsch 1) | A2 | B1 (Zertifikat B1) | |
|---|---|---|---|
| Modular? | Nein | Nein | Ja |
| Lesen | 15 Items · 25 Min. | 20 Items · 30 Min. | 30 Items · 65 Min. |
| Hören | 15 Items · ca. 20 Min. | 20 Items · ca. 30 Min. | 30 Items · ca. 40 Min. |
| Schreiben | 2 Aufgaben · 20 Min. | 2 Aufgaben · 30 Min. | 3 Aufgaben · 60 Min. |
| Sprechen | 3 Aufgaben · ca. 15 Min. | 3 Aufgaben · ca. 15 Min. | 3 Aufgaben · ca. 15 Min. |
| Schriftlich gesamt | 65 Min. ohne Pause | 90 Min. ohne Pause | Module einzeln |
| Reihenfolge | Hören → Lesen → Schreiben | Lesen → Hören → Schreiben | je nach Modul |
| Vorbereitungszeit Sprechen | keine | keine | 15 Minuten |
| Gesamtpunkte | 100 | 100 | 100 pro Modul |
| Bestehensgrenze | ≥60 | ≥60 + Zusatzbedingung | ≥60 pro Modul |
Drei Zeilen dieser Tabelle bestimmen Ihre gesamte Vorbereitung:
1. Bei A1 ist die Reihenfolge anders. A1 beginnt mit Hören, A2 und B1 mit Lesen. Wer das nicht weiß, erlebt am Prüfungsmorgen eine Überraschung.
2. Nur B1 ist modular. Bei B1 können Sie die vier Fertigkeiten einzeln und an unterschiedlichen Terminen ablegen. Bestehen Sie drei Module und fallen bei einem durch, wiederholen Sie nur dieses eine. Bei A1 und A2 gibt es das nicht — die Prüfung wird als Ganzes bestanden oder nicht.
3. Nur B1 hat eine Vorbereitungszeit. In der mündlichen B1-Prüfung stehen 15 Minuten für Notizen zur Verfügung. Bei A1 und A2 gibt es keine; Sie nehmen die Karte und sprechen sofort.
A1 bescheinigt, dass Sie die einfachste Alltagskommunikation bewältigen. Die schriftlichen Teile dauern 65 Minuten ohne Pause.
| Teil | Items | Aufgabentyp | Textsorte | Wie oft |
|---|---|---|---|---|
| Teil 1 | 1–6 | Mehrfachauswahl (3), Optionen als Bild | kurzer Dialog | zweimal |
| Teil 2 | 7–10 | Richtig / Falsch | Durchsage | einmal |
| Teil 3 | 11–15 | Mehrfachauswahl (3), Optionen als Text | Nachricht auf der Mobilbox | zweimal |
Teil 2 wird nur einmal vorgespielt, die beiden anderen zweimal. Wer beim ersten Hören nachlässt, weil „es ja noch einmal kommt", verliert in Teil 2 alle 4 Items.
| Teil | Items | Aufgabentyp | Textsorte |
|---|---|---|---|
| Teil 1 | 1–5 | Richtig / Falsch | 2 Texte (E-Mail + kurzer Brief) |
| Teil 2 | 6–10 | Mehrfachauswahl (2) a/b | je Item zwei Anzeigen bzw. Webseiten |
| Teil 3 | 11–15 | Richtig / Falsch | einzelne Schilder mit Kontextangabe („An der Post") |
Teil 2 ist der einzige zweigliedrige Aufgabentyp in allen Goethe-Prüfungen. Suchen Sie keine dritte Option; es gibt zwei Anzeigen, und Sie wählen die passende.
Es gibt zwei Aufgaben, und sie sind völlig verschieden:
Teil 1 — Formular ausfüllen (5 Punkte)
Sie lesen einen Kontexttext und ergänzen 5 fehlende Felder im Formular. Die Lösungen sind einzelne Wörter oder Zahlen (z. B. 4, Seeheim, bar, Sonntag). Jedes Feld zählt 1 Punkt oder 0 — halbe Punkte gibt es nicht.
Teil 2 — kurze Mitteilung (10 Punkte)
Etwa 30 Wörter, dazu 3 Leitpunkte sowie Anrede und Gruß.
| Kriterium | Skala |
|---|---|
| je Leitpunkt (3 Stück) | 3 / 1,5 / 0 → insgesamt 9 |
| Kommunikative Gestaltung (Anrede, Gruß, Form) | 1 / 0,5 / 0 |
| Gesamt | 10 |
90 % der Punkte stammen also aus den Leitpunkten. Lassen Sie einen der drei aus, sind 3 Punkte weg. Ein sprachlich schöner, aber unvollständiger Text schneidet schlechter ab als ein einfacher, aber vollständiger.
Gruppenprüfung mit höchstens 4 Teilnehmenden. Es gibt keine Vorbereitungszeit.
| Teil | Inhalt | Punkte |
|---|---|---|
| Teil 1 | Sich vorstellen (Stichworttabelle: Name, Alter, Land, Wohnort, Sprachen, Beruf, Hobby) + ein Wort buchstabieren + eine Nummer nennen | 3 |
| Teil 2 | Wortkarte ziehen, Frage stellen, die andere Person antwortet (2 Themen: Essen & Trinken, Einkaufen) | 6 |
| Teil 3 | Bildkarte: eine Bitte formulieren und auf eine Bitte reagieren | 6 |
In Teil 1 werden Buchstabieren und das Nennen einer Nummer getrennt verlangt. Wer Alphabet und Zahlen nicht sicher beherrscht, verliert hier Punkte — und genau das lässt sich am leichtesten üben.
Auf A1 gibt es kein eigenes Kriterium für die Aussprache. Jede Aufgabe wird nach einem einzigen Maßstab bewertet: „Erfüllung der Aufgabenstellung und sprachliche Realisierung". Die Skala hat nur drei Stufen (voll / halb / null).
Die Messpunkte jedes Teils werden mit 1,66 multipliziert und addiert:
| Teil | Messpunkte | Ergebnispunkte |
|---|---|---|
| Hören | 15 | 25 |
| Lesen | 15 | 25 |
| Schreiben | 15 | 25 |
| Sprechen | 15 | 25 |
| Gesamt | 60 | 100 |
Bestehensregel: insgesamt ≥60 Punkte und Teilnahme an allen Prüfungsteilen. Eine Mindestpunktzahl pro Teil gibt es nicht — ein schwacher Teil kann durch die übrigen ausgeglichen werden.
Wer im schriftlichen Bereich unter 35 Punkten bleibt, wird nicht zur mündlichen Prüfung zugelassen — mit den verbleibenden Punkten sind 60 rechnerisch nicht mehr erreichbar.
Das A2-Format ist identisch mit Fit in Deutsch A2 (für Jugendliche). Die schriftlichen Teile dauern 90 Minuten ohne Pause.
| Teil | Items | Aufgabentyp | Textsorte |
|---|---|---|---|
| Teil 1 | 1–5 | Mehrfachauswahl (3) | 1 Zeitungsartikel |
| Teil 2 | 6–10 | Mehrfachauswahl (3), dritte Option immer gleich | Informationstabelle (Halle A–E) |
| Teil 3 | 11–15 | Mehrfachauswahl (3) | 1 E-Mail |
| Teil 4 | 16–20 | Zuordnen — 6 Anzeigen (a–f); zu einem Item passt keine → „X" | 6 einzelne Anzeigen |
Die dritte Option lautet in jedem Item gleich — „andere Halle". Die richtige Lösung ist also entweder eine der beiden genannten Hallen oder „keine davon". Dieses Wissen verändert, wie Sie die Items lesen.
6 Anzeigen, aber 5 Items. Jede Anzeige darf nur einmal verwendet werden, und zu einem Item passt gar keine. Ausschlussverfahren funktioniert hier nicht — wer 5 Anzeigen bequem auf 5 Items verteilt, liegt falsch.
| Teil | Items | Aufgabentyp | Wie oft |
|---|---|---|---|
| Teil 1 | 1–5 | Mehrfachauswahl (3), Optionen als Text | zweimal |
| Teil 2 | 6–10 | Zuordnen — 9 Bilder (a–i), den Wochentagen zugeordnet | einmal |
| Teil 3 | 11–15 | Mehrfachauswahl (3), Optionen als Bild | einmal |
| Teil 4 | 16–20 | Ja / Nein | zweimal |
Aus einem Pool von 9 Bildern wählen Sie 5 aus und ordnen sie den Tagen zu; jedes Bild darf nur einmal verwendet werden — und dieser Teil läuft nur einmal. Nutzen Sie die Lesezeit (ca. 20 Sek.) unbedingt, um die Bilder vorher zu erfassen.
| Aufgabe | Textsorte | Wörter | Leitpunkte |
|---|---|---|---|
| Teil 1 | SMS | 20–30 Wörter | 3 |
| Teil 2 | halbformelle E-Mail | 30–40 Wörter | 3 |
Jede Aufgabe wird nach zwei Kriterien bewertet:
| Kriterium | Was gemessen wird | A | B | C | D | E |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aufgabenerfüllung | Sprachfunktionen + Register (du/Sie) | 5 | 3,5 | 2 | 0,5 | 0 |
| Sprache | Spektrum des Wortschatzes + Beherrschung | 5 | 3,5 | 2 | 0,5 | 0 |
2 Aufgaben × 2 Kriterien × 5 Punkte = 20 Messpunkte → ×1,25 → 25 Ergebnispunkte
1. Die Wortzahlregel. Unter 50 % der geforderten Länge wird die Aufgabenerfüllung automatisch mit E (0 Punkte) bewertet:
2. Die Sperrregel. Wird die Aufgabenerfüllung mit E bewertet, ist die Aufgabe insgesamt 0 Punkte wert — auch bei fehlerfreier Grammatik. Thema verfehlt oder zu kurz geschrieben löscht die ganze Aufgabe.
| Teil | Inhalt | Aufgabenerfüllung | Sprache |
|---|---|---|---|
| Teil 1 | 4 Karten: Fragen stellen und beantworten | 2 / 1,5 / 1 / 0,5 / 0 | 2 / 1,5 / 1 / 0,5 / 0 |
| Teil 2 | Mind-Map: über sich erzählen + 1–2 Rückfragen | 4 / 3 / 2 / 1 / 0 | 4 / 3 / 2 / 1 / 0 |
| Teil 3 | Mind-Map: gemeinsam etwas planen | 4 / 3 / 2 / 1 / 0 | 4 / 3 / 2 / 1 / 0 |
| Aussprache | einmal für die gesamte Prüfung | 5 / 3,5 / 2 / 0,5 / 0 | |
Gesamt: 25 Punkte
Die ca. einminütige Einführung zu Beginn wird nicht bewertet. Nutzen Sie sie, um ruhiger zu werden.
Die Aussprache erscheint auf A2 erstmals als eigenes Kriterium und macht 20 % der Punkte aus. Teilbereiche: Satzmelodie, Wortakzent, einzelne Laute.
Vor jeder Aufgabe stehen etwa 20 Sekunden Lesezeit zur Verfügung.
| Teil | Messpunkte | Ergebnispunkte |
|---|---|---|
| Lesen | 20 | 25 |
| Hören | 20 | 25 |
| Schreiben | 20 | 25 |
| Sprechen | — | 25 |
| Gesamt | 100 |
60 Punkte reichen auf A2 nicht. Zusätzlich brauchen Sie:
Fehlt eine der beiden Bedingungen, gilt die gesamte Prüfung als nicht bestanden — auch bei über 60 Gesamtpunkten.
Auf A1 gibt es diese Regel nicht. Genau hier scheitern die Teilnehmenden, die das Sprechen vernachlässigen und darauf setzen, es „schriftlich auszugleichen".
B1 wurde in trinationaler Zusammenarbeit vom Goethe-Institut, dem ÖSD aus Österreich und der Universität Freiburg in der Schweiz entwickelt. Deshalb haben das Goethe-Zertifikat B1 und das ÖSD Zertifikat B1 dasselbe Format.
Sie können die vier Fertigkeiten einzeln und an verschiedenen Terminen ablegen. Jedes Modul steht für sich:
Eine „Gesamtnote" gibt es auf B1 nicht. Wer alle vier Module bestehen will, braucht in jedem einzeln 60 Punkte.
| Teil | Zeit | Items | Aufgabentyp | Textstruktur |
|---|---|---|---|---|
| Teil 1 | 10 Min. | 1–6 | Richtig / Falsch | 1 private E-Mail → 6 Items |
| Teil 2 | 20 Min. | 7–12 | Mehrfachauswahl (3) | 2 getrennte Pressetexte × 3 Items |
| Teil 3 | 10 Min. | 13–19 | Zuordnen — 10 Anzeigen (a–j); zu einer Situation passt keine → „0" | 10 Anzeigen → 7 Items |
| Teil 4 | 15 Min. | 20–26 | Ja / Nein | 7 einzelne Leserbriefe, je 1 Item |
| Teil 5 | 10 Min. | 27–30 | Mehrfachauswahl (3) | 1 Hausordnung → 4 Items |
10 Anzeigen, 7 Items. Die Anzeige aus dem Beispiel darf nicht wiederverwendet werden, jede Anzeige nur einmal, und zu einer Situation passt keine — dort wird „0" eingetragen. Der Auswahlpool umfasst damit faktisch 11 Elemente.
Sonst gehören viele Items zu einem Text; hier gibt es 7 eigenständige kurze Kommentare mit je einem Item: „Ist diese Person für eine Geschwindigkeitsbeschränkung?" Lesen Sie jeden Kommentar als eigenen Text.
| Teil | Items | Aufgabentyp | Textstruktur | Wie oft |
|---|---|---|---|---|
| Teil 1 | 1–10 | R/F und Mehrfachauswahl im Wechsel | 5 kurze Texte × 2 Items | zweimal |
| Teil 2 | 11–15 | Mehrfachauswahl (3) | 1 langer Monolog → 5 Items | einmal |
| Teil 3 | 16–22 | Richtig / Falsch | 1 Gespräch → 7 Items | einmal |
| Teil 4 | 23–30 | Zuordnen — 3 Sprechende (a/b/c) | 1 Diskussion → 8 Items | zweimal |
Zu jedem kurzen Text gehören genau zwei Items in fester Reihenfolge — zuerst Richtig/Falsch, dann Mehrfachauswahl. Item 1 ist also R/F, Item 2 Mehrfachauswahl, Item 3 wieder R/F. Wer das weiß, hört gezielter.
Teil 4 ist eine andere Art von Zuordnung: Die Optionen sind bei jedem Item dieselben (Moderator / Experte / Elternsprecherin) und dürfen mehrfach verwendet werden. Die Regel „jede Option nur einmal" aus Lesen Teil 3 gilt hier nicht.
Teil 2 und Teil 3 laufen nur einmal — und sie enthalten die längsten Texte. In Teil 3 stammen 7 Items aus einem einzigen Gespräch.
Vor jedem Teil stehen 60 Sekunden zum Lesen der Aufgaben zur Verfügung, am Ende zusätzlich 5 Minuten zum Übertragen der Lösungen auf den Antwortbogen.
Die 30 Messpunkte werden nicht durch einfache Multiplikation, sondern über eine offizielle Tabelle in die 100er-Skala umgerechnet:
| Richtig | Punkte | Richtig | Punkte | Richtig | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|
| 30 | 100 | 20 | 67 | 10 | 33 |
| 29 | 97 | 19 | 63 | 9 | 30 |
| 28 | 93 | 18 | 60 ✓ | 8 | 27 |
| 27 | 90 | 17 | 57 | 7 | 23 |
| 26 | 87 | 16 | 53 | 6 | 20 |
| 25 | 83 | 15 | 50 | 5 | 17 |
| 24 | 80 | 14 | 47 | 4 | 13 |
| 23 | 77 | 13 | 43 | 3 | 10 |
| 22 | 73 | 12 | 40 | 2 | 7 |
| 21 | 70 | 11 | 37 | 1 | 3 |
| 0 | 0 |
| Aufgabe | Zeit | Wörter | Textsorte | Leitpunkte |
|---|---|---|---|---|
| Aufgabe 1 | 20 Min. | ca. 80 | private E-Mail an eine Freundin / einen Freund | 3 Leitpunkte |
| Aufgabe 2 | 25 Min. | ca. 80 | Diskussionsbeitrag im Gästebuch | keine — eigene Meinung |
| Aufgabe 3 | 15 Min. | ca. 40 | formelle E-Mail an die Kursleitung | Entschuldigung + Begründung |
Jede Aufgabe wird nach vier Kriterien bewertet:
| Kriterium | Was gemessen wird | Aufg. 1 | Aufg. 2 | Aufg. 3 |
|---|---|---|---|---|
| Erfüllung | Inhalt, Umfang, Sprachfunktionen, Textsorte, Register | 10 | 10 | 4 |
| Kohärenz | Textaufbau (Einleitung, Hauptteil, Schluss), Verknüpfung | 10 | 10 | 4 |
| Wortschatz | Spektrum und Beherrschung | 10 | 10 | 6 |
| Strukturen | Morphologie, Syntax, Orthografie | 10 | 10 | 6 |
| Gesamt | 40 | 40 | 20 |
Jedes Kriterium hat fünf Stufen: A / B / C / D / E
| Stufe | Aufgabe 1–2 | Aufgabe 3 (Erf./Koh.) | Aufgabe 3 (Wort./Str.) |
|---|---|---|---|
| A | 10 | 4 | 6 |
| B | 7,5 | 3 | 4,5 |
| C | 5 | 2 | 3 |
| D | 2,5 | 1 | 1,5 |
| E | 0 | 0 | 0 |
Die Fußnote der offiziellen Bewertungskriterien lautet: „Wird das Kriterium Erfüllung mit E (0 Punkten) bewertet, ist die Punktzahl für diese Aufgabe insgesamt 0 Punkte."
Wann wird die Erfüllung mit E bewertet?
| Aufgabe | Gefordert | Nullgrenze |
|---|---|---|
| Aufgabe 1 | ca. 80 Wörter | unter 40 Wörter |
| Aufgabe 2 | ca. 80 Wörter | unter 40 Wörter |
| Aufgabe 3 | ca. 40 Wörter | unter 20 Wörter |
Selbst 35 Wörter in fehlerfreiem Deutsch kosten Sie in Aufgabe 1 alle 40 Punkte. Das ist die härteste Regel im B1-Schreiben und bestimmt Ihr Zeitmanagement: ein unvollkommener, aber fertiger Text schlägt jeden perfekten, aber unfertigen.
Die Besonderheit von Aufgabe 2: Anders als bei den beiden anderen bekommen Sie hier keine Leitpunkte. Sie lesen einen Gästebucheintrag und schreiben Ihre eigene Meinung in etwa 80 Wörtern. Der Aufbau ist frei — aber Kohärenz zählt weiterhin 10 Punkte. Überlegen Sie sich Einleitung, Hauptteil und Schluss, bevor Sie meinen, mit „Meinung gesagt" sei es getan.
Vorbereitungszeit: 15 Minuten. Sie bereiten sich allein vor und dürfen Notizen machen. In der Prüfung wird freies Sprechen erwartet, kein Ablesen.
| Teil | Zeit | Inhalt |
|---|---|---|
| Teil 1 | ca. 3 Min. | Gemeinsam etwas planen — mit der Partnerin oder dem Partner anhand von 4 Leitpunkten (Wann? Wie hinkommen? Wo wohnen? Was mitnehmen?) |
| Teil 2 | ca. 3 Min. | Präsentation — ein Thema anhand von 5 festen Folien (Auswahl aus zwei Themen) |
| Teil 3 | ca. 2 Min. | Rückmeldung + Frage — Sie kommentieren die Präsentation der Partnerin oder des Partners und stellen eine Frage; die Fragen zu Ihrer eigenen Präsentation beantworten Sie |
Diese Vorlage ändert sich nie. Welches Thema auch kommt, das Gerüst Ihrer Präsentation steht bereits fest. Es auswendig zu lernen und anpassbare Redemittel für jede Folie vorzubereiten, ist die lohnendste Vorbereitung für das B1-Sprechen.
Bewertung:
| Kriterium | Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 |
|---|---|---|---|
| Erfüllung | 8 | 12 | 16 |
| Interaktion (Gespräch beginnen, in Gang halten, reagieren) | 4 | — | — |
| Kohärenz (nachvollziehbarer Gedankengang) | — | 4 | — |
| Wortschatz / Register | 8 | 12 | — |
| Strukturen | 8 | 12 | — |
| Zwischensumme | 28 | 40 | 16 |
| Aussprache — eine Note für Teil 1+2+3 zusammen | 16 | ||
| GESAMT | 100 | ||
In Teil 2 hängt die Erfüllung direkt von der Zahl der behandelten Folien ab:
| Angemessen behandelte Folien | Stufe |
|---|---|
| 5 Folien | A (12 Punkte) |
| 3–4 Folien | B (9 Punkte) |
| 2 Folien (oder alle zu knapp) | C (6 Punkte) |
| 1 Folie | D (3 Punkte) |
| 0 | E (0 Punkte) |
Eine Folie ausführlich zu behandeln und die übrigen auszulassen bringt also weniger Punkte, als alle knapp, aber vollständig abzudecken. Sprechen Sie alle fünf an.
Zur Aussprache: Auf B1 wird sie nicht je Teil, sondern mit einer einzigen Note für die gesamte Prüfung bewertet und macht 16 von 100 Punkten aus. Teilbereiche: Satzmelodie, Wortakzent, einzelne Laute.
In ausnahmslos jedem Teil von A1, A2 und B1 steht ein unnummeriertes Beispiel (0). Es ist bereits gelöst, zählt nicht zur Punktzahl, wohl aber zur Zeit. Es zeigt die Logik des Teils — überspringen Sie es nicht, besonders bei den Zuordnungsaufgaben erklärt Ihnen gerade das Beispiel die Regel.
In A2 Lesen Teil 4 als „X", in B1 Lesen Teil 3 als „0". Das ist eine bewusste Falle: Sie durchkreuzt die Strategie, die übrig gebliebene Option dem übrig gebliebenen Item zuzuweisen.
In allen Teilen. Auf den Kandidatenblättern steht es ausdrücklich: „Hilfsmittel wie z. B. Wörterbücher oder Mobiltelefone sind nicht erlaubt."
In den Modulen Lesen und Hören genügen 18 von 30 richtigen Lösungen (das ergibt 60 Punkte). Schreiben und Sprechen werden kriterienbasiert bewertet; auch dort sind 60 von 100 Punkten nötig.
Sehr wahrscheinlich wegen der doppelten Schwelle. Auf A2 reichen 60 Gesamtpunkte nicht: Sie brauchen zusätzlich mindestens 45 Punkte im schriftlichen und mindestens 15 Punkte im mündlichen Bereich. Fehlt eine der beiden Bedingungen, gilt die Prüfung unabhängig von der Gesamtpunktzahl als nicht bestanden.
Ja. B1 ist eine modulare Prüfung; die vier Fertigkeiten werden einzeln abgelegt und dürfen unbegrenzt wiederholt werden. Haben Sie drei Module bestanden und eines nicht, wiederholen Sie nur dieses. Auf A1 und A2 ist das nicht möglich — dort wird die gesamte Prüfung wiederholt.
Zu viel zu schreiben kostet unmittelbar keine Punkte, wohl aber Zeit, und erhöht die Fehlerzahl. Die eigentliche Gefahr ist zu wenig zu schreiben: Unter 50 % der geforderten Wortanzahl gibt es für diese Aufgabe null Punkte.
Auf A2 und B1 findet die Prüfung zu zweit statt (bei ungerader Teilnehmerzahl ist auch eine Einzelprüfung mit verkürzter Zeit möglich). Auf A1 handelt es sich um eine Gruppenprüfung mit höchstens 4 Teilnehmenden. Auf A2 und B1 erfordern einige Aufgaben die direkte Interaktion mit der Partnerin oder dem Partner.
Das hängt vom Niveau ab:
Auf beiden Niveaus wird die Aussprache einmal für die gesamte Prüfung bewertet, nicht je Aufgabe.
Das ist je nach Teil verschieden — und gehört zu den wichtigsten Details der Prüfung:
| Niveau | zweimal | einmal |
|---|---|---|
| A1 | Teil 1, Teil 3 | Teil 2 |
| A2 | Teil 1, Teil 4 | Teil 2, Teil 3 |
| B1 | Teil 1, Teil 4 | Teil 2, Teil 3 |
Die nur einmal gespielten Teile enthalten meist die längsten Texte. Beim ersten Hören nachzulassen, setzt auf A2 und B1 jeweils 10 Items aufs Spiel.
Wer die obigen Tabellen gelesen hat, hat die Lernstrategie schon fast vor sich:
1. Setzen Sie sich das richtige Ziel. Auf B1 lautet es nicht 30/30, sondern 18/30 sichern. Holen Sie sichere Punkte dort, wo Sie stärker sind.
2. Im Schreiben erst fertig werden, dann verschönern. Die Wortzahlgrenze steht über der Qualität. Richten Sie Ihr Zeitmanagement auf „jede Aufgabe abschließen" aus.
3. Zählen Sie Ihre Leitpunkte beim Schreiben mit. Auf A1 und A2 stammt der Großteil der Punkte daraus. Prüfen Sie am Ende: Habe ich wirklich alle drei behandelt?
4. Sprechen Sie in der B1-Präsentation alle fünf Folien an. Die Stufe für Erfüllung hängt direkt an der Zahl der behandelten Folien. Es zählt die Abdeckung, nicht die Tiefe.
5. Üben Sie gezielt für die nur einmal gespielten Teile. Auf A2 und B1 sind Teil 2 und Teil 3 zugleich die längsten und die einmalig gespielten. Notiztechnik ist dort entscheidend.
6. Vernachlässigen Sie auf A2 das Sprechen nicht. Wegen der doppelten Schwelle macht eine mündliche Punktzahl unter 15 alles andere zunichte.
Dieser Ratgeber beruht auf den offiziellen Modellsätzen / Übungssätzen des Goethe-Instituts und den Durchführungsbestimmungen (Stand 01.09.2025).
Prüfungsformate können aktualisiert werden; bitte prüfen Sie vor der Anmeldung die aktuellen Angaben Ihres Prüfungszentrums.
A1 – B1
Aufbau, Aufgabentypen und Bewertungssystem der telc-Deutsch-Prüfungen — in derselben Ausführlichkeit wie beim Goethe-Ratgeber — folgen in Kürze.
Eine Prüfung, ein Ergebnis auf zwei Niveaus — Aufbau, Aufgabentypen und Bewertung
Der DTZ unterscheidet sich von allen anderen Deutschprüfungen in einem grundlegenden Punkt: Sie wählen bei der Anmeldung kein Niveau. Sie legen eine einzige Prüfung ab, und die Prüfung entscheidet, ob Ihr Ergebnis A2 oder B1 lautet. „Sich für B1 anmelden" gibt es nicht — B1 wird erreicht oder nicht.
Der DTZ ist die Abschlussprüfung des Integrationskurses. Er wurde vom Goethe-Institut und von telc gemeinsam entwickelt und misst den Bereich zwischen A2 und B1 auf einer einzigen Skala. Für Aufenthaltstitel, Einbürgerung und den Kursabschluss ist er die am häufigsten verlangte Prüfung.
Dieser Ratgeber stützt sich auf die offiziellen Übungssätze 1 und 2 sowie auf das DTZ-Prüfungshandbuch (Prüfungsziele / Testbeschreibung). Jede Tabelle stammt aus einer offiziellen Quelle; keine Vermutungen.
Prüfungsgebühren, Anmeldetermine und die Bedingungen einer Wiederholung stehen hier nicht, da sie sich ändern — es geht ausschließlich um Aufbau und Bewertung. Dafür wenden Sie sich an Ihren Kursträger oder an das BAMF.
| Prüfungsteil | Teile | Items | Zeit | Max. Punkte |
|---|---|---|---|---|
| Hören | 4 | 20 | ca. 25 Min. | 20 |
| Lesen | 5 | 25 | 45 Min. | 25 |
| Schreiben | 1 Aufgabe (Wahl aus zwei) | 30 Min. | 20 | |
| Sprechen | 3 Aufgaben | ca. 16 Min. | 100 | |
Bei den Goethe-Prüfungen wird jede Fertigkeit für sich bewertet. Beim DTZ werden Hören (20) und Lesen (25) in einem Pool zusammengefasst: 45 Punkte. Ihr Niveau ergibt sich aus dieser einen Zahl.
Praktische Folge: Was Sie im Hören verlieren, können Sie im Lesen ausgleichen. Wer im Hören 11 und im Lesen 22 Punkte erreicht, liegt mit 33 im B1-Bereich — in einer Prüfung, die das Hören einzeln bewertet, wäre diese Person durchgefallen.
Bei Goethe laufen einzelne Teile zweimal. Beim DTZ wird ausnahmslos keiner wiederholt — alle vier Teile nur einmal. Die nötigen Pausen sind in der Aufnahme enthalten.
Im schriftlichen Teil wird die Zeit nicht in 45 Minuten Lesen und 30 Minuten Schreiben getrennt abgenommen; Sie teilen die 75 Minuten selbst ein. Das sieht nach Freiheit aus, ist aber das eigentliche Risiko: Wer sich im Lesen verliert und dem Schreiben 10 Minuten übrig lässt, drückt die Schreibpunktzahl — und Schreiben ist, wie unten zu sehen, eines der beiden schriftlichen Standbeine, die über das Niveau des Zeugnisses entscheiden.
Im Sprechen gibt es keine Vorbereitungszeit. Die 15 Minuten Notizzeit aus dem Goethe-Zertifikat B1 haben beim DTZ keine Entsprechung; Sie nehmen die Aufgabe und beginnen zu sprechen. Die Prüfung findet in der Regel zu zweit statt (bei Bedarf einzeln). Zwei Prüfende sind anwesend: eine Person führt das Gespräch, die andere bewertet.
| Teil | Items | Aufgabentyp | Textsorte | Wie oft |
|---|---|---|---|---|
| Teil 1 | 1–4 | Mehrfachauswahl (3) | Ansage am Telefon, öffentliche Durchsage | einmal |
| Teil 2 | 5–9 | Mehrfachauswahl (3) | Radioinformation | einmal |
| Teil 3 | 10–17 | R/F und Mehrfachauswahl im Wechsel | 4 Alltagsgespräche × 2 Items | einmal |
| Teil 4 | 18–20 | Zuordnen — 3 Sprechenden je eine von 6 Aussagen (a–f) | Meinungsäußerungen | einmal |
Sie hören vier getrennte Gespräche, und zu jedem Gespräch gehören genau zwei Items — eines Richtig/Falsch, eines Mehrfachauswahl. Ist Item 10 also R/F, dann ist Item 11 Mehrfachauswahl, danach wieder R/F. Wer das weiß, weiß vor dem Gespräch, auf welche zwei Informationen er hören muss.
Es gibt drei Sprechende, aber sechs Aussagen (a–f). Jedem Sprechenden ordnen Sie eine Aussage zu; drei Aussagen bleiben ungenutzt. Die Option „keine davon (X)" aus den Goethe-Zuordnungsaufgaben gibt es hier nicht — zu jedem Sprechenden gehört genau eine Aussage. Die Strategie ist daher nicht Ausschluss, sondern das Detail zu erfassen, das die drei Sprechenden voneinander unterscheidet.
Vor jedem Teil steht Zeit zum Lesen der Aufgaben zur Verfügung, und diese Zeit ist Teil der Aufnahme. Dieser kurze Moment ist beim DTZ wichtiger als bei Goethe: Da der Text nicht wiederholt wird, ist das Vorauslesen der Aufgaben Ihr einziger Vorsprung.
| Teil | Items | Aufgabentyp | Textsorte |
|---|---|---|---|
| Teil 1 | 1–5 | Zuordnung zu einer von drei Rubriken (a/b/c) | Katalog, Register, Verzeichnis |
| Teil 2 | 6–10 | Zuordnen — 8 Anzeigen (a–h); zu einer Situation passt keine → „X" | 8 einzelne Anzeigen |
| Teil 3 | 11–16 | Mehrfachauswahl (3) und R/F im Wechsel | Pressetext, formelle Mitteilung |
| Teil 4 | 17–19 | Richtig / Falsch | Informationsbroschüre (z. B. Medikamenteninfo) |
| Teil 5 | 20–25 | Lückentext — je Lücke drei Optionen | formeller Brief |
8 Anzeigen, 5 Situationen. Drei Anzeigen bleiben also ohne Verwendung. Zusätzlich passt zu einer Situation keine einzige Anzeige, und dort wird „X" eingetragen. Ergebnis: Nur vier der fünf Situationen haben eine echte Anzeige.
Damit ist das Ausschlussverfahren hier völlig wertlos. Wer denkt „die übrig gebliebene Anzeige gehört zur übrig gebliebenen Situation", verliert zwei Items auf einmal. Sie müssen jede Situation einzeln gegen alle acht Anzeigen prüfen.
In einem formellen Brief füllen Sie sechs Lücken, und die Optionen sind meist verschiedene Formen desselben Wortes oder eng benachbarte Konnektoren- und Präpositionenpaare. Während alle anderen Teile das Verstehen prüfen, wird hier direkt Grammatik gemessen.
Die gute Nachricht fürs Lernen: Diese 6 Punkte stammen aus einer auflistbaren Menge an Themen — Präpositionen, Konnektoren, Verbformen, Adjektivendungen. Kein anderer Teil belohnt gezieltes Üben so stark.
Verwechseln Sie Teil 1 nicht mit Teil 2. Beide sehen wie „Zuordnung" aus, folgen aber unterschiedlicher Logik: In Teil 1 wählen Sie für jedes Item eine von drei festen Rubriken (die Optionen verbrauchen sich nicht und dürfen mehrfach vorkommen); in Teil 2 greifen Sie auf einen gemeinsamen Pool von acht Anzeigen zu, und jede Anzeige darf nur einmal verwendet werden.
Sie schreiben eine einzige Aufgabe. Zwei Aufgabenstellungen werden angeboten, Sie wählen eine davon — beide sind ein halbformeller oder formeller Brief bzw. eine E-Mail mit jeweils 4 Leitpunkten.
Die Goethe-Regel „ca. 80 Wörter, darunter null Punkte" hat beim DTZ keine Entsprechung. Die offizielle Anweisung nennt keine Zahl, sondern fordert, „möglichst viel" zu schreiben. Bewertet wird nicht der Umfang, sondern die Bearbeitung der vier Leitpunkte.
Das heißt nicht, dass Kürze gratis ist: Ein kurzer Text lässt die Leitpunkte unvollständig oder unverständlich und senkt damit die Inhaltsnote ohnehin. Der Unterschied ist, dass die Strafe nicht aus dem Wortzähler kommt, sondern aus dem Inhalt.
| Kriterium | Was gemessen wird | Punkte |
|---|---|---|
| Inhaltliche Angemessenheit | Wie viele der vier Leitpunkte bearbeitet wurden | 0–5 |
| Kommunikative Gestaltung | Textsorte, Anrede und Gruß, Register (du/Sie) | 0–5 |
| Korrektheit | Morphologie, Syntax, Orthografie | 0–5 |
| Wortschatz | Spektrum und Beherrschung | 0–5 |
| Gesamt | 20 |
Diese Tabelle erklärt das DTZ-Schreiben vollständig. Der Maßstab hat zwei Stufen: Ein Leitpunkt ist entweder „angemessen" bearbeitet (vollständig, der Leser muss nichts ergänzen) oder nur „mit Kooperation des Lesers" (erwähnt, aber der Leser muss mitdenken).
| Punkte | Bedingung |
|---|---|
| 5 | Alle vier Leitpunkte angemessen bearbeitet |
| 4 | Alle vier bearbeitet, aber mit Kooperation oder drei angemessen |
| 3 | Drei bearbeitet, aber mit Kooperation oder zwei angemessen |
| 2 | Zwei bearbeitet, aber mit Kooperation oder einer angemessen |
| 1 | Nur einer bearbeitet, und dieser mit Kooperation |
| 0 | Kein Leitpunkt bearbeitet oder Thema verfehlt |
1. Drei perfekt bearbeitete Leitpunkte bringen keine Höchstnote. „Drei angemessen" sind laut Tabelle 4 Punkte, nicht 5. Der fünfte Punkt wird nur vergeben, wenn alle vier bearbeitet sind. Drei schön auszuführen und den vierten zu überspringen ist nicht besser, als alle vier knapp, aber vollständig abzudecken.
2. Thema verfehlt heißt Inhalt null. Auch bei fehlerfreier Grammatik. Die Situation des Briefes falsch zu verstehen löscht dieses Kriterium vollständig.
Auswertung: Zwei geschulte Bewertende beurteilen den Text unabhängig voneinander; das Ergebnis ist das arithmetische Mittel beider Bewertungen.
Niveauschwellen: von 20 Punkten bedeuten 15 und mehr → B1, 7–14 → A2, 6 und weniger → unter A2.
Es gibt keine Vorbereitungszeit. Die Prüfung findet meist zu zweit statt. Zwei Prüfende sind anwesend: eine Person führt das Gespräch, die andere bewertet — und beide bewerten unabhängig voneinander, das Ergebnis ist das Mittel.
| Teil | Inhalt | Zeit |
|---|---|---|
| Teil 1 | Sich vorstellen — Name, Geburtsort, Wohnort, Arbeit/Beruf, Familie, Sprachen; anschließend Nachfragen der Prüfenden | ca. 2 Min. |
| Teil 2 A | Ein Foto beschreiben — Was ist zu sehen, welche Situation liegt vor | ca. 3 Min. |
| Teil 2 B | Über das Thema sprechen — eigene Erfahrungen und die Situation im Heimatland | ca. 3 Min. |
| Teil 3 | Gemeinsam planen — mit der Partnerin oder dem Partner etwas organisieren (z. B. eine Kursabschlussparty: Ort, Essen und Getränke, Musik, Kosten, Aufgabenverteilung) | ca. 6 Min. |
Beim DTZ-Sprechen geht die Hälfte der Punkte darauf, was Sie sagen, und die Hälfte darauf, wie Sie es sagen:
| Achse | Wie vergeben | Punkte |
|---|---|---|
| Inhaltliche Angemessenheit Inhalt — wurde die Aufgabe erfüllt | für jede Teilaufgabe einzeln (1, 2A, 2B, 3) | 50 |
| Sprachliche Angemessenheit Sprache — vier Kriterien | einmal für die gesamte Prüfung | 50 |
| GESAMT | 100 |
Die vier Kriterien der sprachlichen Achse und ihre Gewichtung:
| Kriterium | Was gemessen wird | Punkte |
|---|---|---|
| Aussprache / Intonation | Aussprache, Satzmelodie, Wortakzent | 10 |
| Flüssigkeit | Redefluss — Pausen, Wiederholungen, Tempo | 10 |
| Korrektheit | grammatische Richtigkeit | 15 |
| Wortschatz | Spektrum und Beherrschung | 15 |
| Zwischensumme | 50 |
Diese Verteilung sagt etwas Klares: Korrektheit und Wortschatz wiegen das Eineinhalbfache der Aussprache. Auch mit hörbarem Akzent bringen korrekte Formen und abwechslungsreiche Wörter mehr Punkte. Aussprachetraining zahlt sich weniger aus als Grammatiktraining.
Bevor Sie die Zeugnisregel unten lesen, dieser Satz: Wer im Sprechen unter A2 bleibt (unter 35 Punkten), bekommt überhaupt kein Zeugnis — unabhängig davon, wie viele Punkte im schriftlichen Bereich erreicht wurden.
Und umgekehrt: Das Sprechen muss das angestrebte Niveau immer erreichen. Im schriftlichen Bereich gibt es Spielraum, im Sprechen keinen.
Eine Anmerkung: In Teil 3 wird Interaktion erwartet — fragen, auf Vorschläge reagieren, sich einigen. Wenn die Partnerin oder der Partner schweigt, ist das nicht Ihr Nachteil; im Gegenteil, das Gespräch zu tragen wird Ihnen angerechnet. Der Partnerin oder dem Partner Raum zu lassen, ohne in einen Monolog zu verfallen, ist die eigentliche Kompetenz in Teil 3.
Hier liegt der Kern des DTZ. Jeder Prüfungsteil wird für sich in ein Niveau übersetzt (B1 / A2 / unter A2), und aus diesen drei Niveaus entsteht ein einziges Gesamtergebnis.
| Prüfungsteil | unter A2 | A2 | B1 | Max. |
|---|---|---|---|---|
| Hören + Lesen | 0–19 | 20–32 | 33–45 | 45 |
| Schreiben | 0–6 | 7–14 | 15–20 | 20 |
| Sprechen | 0–34,5 | 35–74,5 | 75–100 | 100 |
Dass im Sprechen halbe Punkte auftauchen, liegt daran, dass das Mittel zweier Bewertungen gebildet wird.
Zeugnis B1: Sprechen auf B1 und mindestens eines der schriftlichen Standbeine (Hören+Lesen oder Schreiben) auf B1.
Zeugnis A2: Sprechen mindestens A2 und mindestens eines der schriftlichen Standbeine mindestens A2.
Kein Zeugnis: Sprechen unter A2 — alles andere wird dann nicht mehr betrachtet.
Die Regel in einem Satz: Das Sprechen setzt das Niveau, der schriftliche Bereich bestätigt es. Schriftlich genügt es, wenn eines der beiden Standbeine das Niveau hält; im Sprechen gibt es kein Entgegenkommen.
Hören+Lesen 41 (B1) · Schreiben 18 (B1) · Sprechen 70 (A2) → Zeugnis A2.
Der gesamte schriftliche Bereich liegt im B1-Bereich. Aber weil das Sprechen fünf Punkte unter 75 bleibt, lautet das Gesamtergebnis A2. 41 von 45 richtigen Lösungen retten diese Person nicht.
Genau das ist die häufigste Enttäuschung beim DTZ — und der Grund ist einfach: Die Hälfte der Punkte (100 von 200) liegt im Sprechen, aber fast die ganze Vorbereitung fließt in den schriftlichen Teil.
Was steht im Zeugnis? Ausgewiesen werden sowohl das Gesamtergebnis (A2 oder B1) als auch das Niveau jedes einzelnen Prüfungsteils. „Ich habe B1" bedeutet also nicht, dass alle Teile B1 sind; das Zeugnis zeigt die Einzelheiten.
Nein, es gibt keine Wahl — es existiert nur ein DTZ, und alle legen dieselbe Prüfung ab. Das Niveau ergibt sich aus Ihrer Leistung. Das ist der grundlegendste Unterschied zu den Goethe- und telc-Prüfungen.
Höchstwahrscheinlich nicht. Beim DTZ werden Hören und Lesen zusammen gezählt: ein Pool von 45 Items. Für B1 sind 33, für A2 20 richtige Lösungen nötig. Woher sie stammen, spielt keine Rolle — was Sie im Hören verlieren, können Sie im Lesen ausgleichen.
Nein. Beim DTZ läuft jeder Text nur einmal — in allen vier Teilen. Für Teilnehmende, die von Goethe gewohnt sind, dass einzelne Teile zweimal laufen, ist das die größte Überraschung, und sie macht Notiztechnik unverzichtbar.
Es gibt keine offizielle Wortzahl. Die Anweisung lautet, „möglichst viel" zu schreiben. Bewertet wird, wie vollständig die vier Leitpunkte bearbeitet sind. Die Goethe-Regel „unter 50 % der Wortzahl gibt null Punkte" gilt beim DTZ nicht — unvollständige Leitpunkte senken die Inhaltsnote aber unmittelbar.
Nein. Laut offizieller Tabelle sind „drei Leitpunkte angemessen" 4 Punkte, nicht 5. Die Höchstnote erhält nur, wer alle vier bearbeitet. Es zählt die Abdeckung, nicht die Tiefe — behandeln Sie unbedingt alle vier Punkte.
A2. Das Sprechen muss das Niveau des Gesamtergebnisses immer erreichen. Selbst wenn beide schriftlichen Standbeine im B1-Bereich liegen, wird bei einem Sprechen auf A2 ein A2-Zeugnis ausgestellt. Liegt das Sprechen unter A2, gibt es gar kein Zeugnis.
Nein. Die 15 Minuten Notizzeit aus dem Goethe-Zertifikat B1 haben beim DTZ keine Entsprechung. Sie nehmen die Aufgabe und sprechen sofort. Deshalb ist es die lohnendste Vorbereitung für das DTZ-Sprechen, feste Redemittel für die Bildbeschreibung in Teil 2 und das gemeinsame Planen in Teil 3 auswendig zu lernen.
Nein, es sind zwei verschiedene Prüfungen. Die Unterschiede sind struktureller Art:
| DTZ | Goethe B1 | |
|---|---|---|
| Niveauwahl | keine — Ergebnis A2 oder B1 | festes B1 |
| Modular? | nein | ja — vier getrennte Module |
| Hören + Lesen | zusammen bewertet (45) | getrennte Module (je 100) |
| Hörtexte | alle einmal | Teil 1 und 4 zweimal |
| Schreiben | 1 Aufgabe, keine Wortzahl | 3 Aufgaben, Wortzahlgrenze |
| Vorbereitung Sprechen | keine | 15 Minuten |
| Bestehenslogik | Niveaubereich + Sprechen-Bedingung | ≥60 pro Modul |
Die Vorbereitung auf eine der beiden bereitet nicht automatisch auf die andere vor; Aufgabentypen und Bewertungslogik unterscheiden sich.
Für Teilnehmende des Integrationskurses besteht eine Wiederholungsmöglichkeit, die Bedingungen und die Kostenfrage legt jedoch das BAMF fest und sie können sich ändern. Für Ihren Fall wenden Sie sich an Ihren Kursträger oder an das BAMF — diese Seite beschreibt ausschließlich den Aufbau der Prüfung.
Die Bewertungslogik des DTZ ordnet die Lernprioritäten deutlich anders als bei Goethe:
1. Stellen Sie das Sprechen an die erste Stelle. 100 der insgesamt 200 Punkte liegen im Sprechen, und dort entscheidet sich das Niveau des Zeugnisses. Eine perfekte schriftliche Punktzahl bringt kein B1, wenn das Sprechen die 75 nicht hält. Die meisten Teilnehmenden machen genau das Gegenteil.
2. Setzen Sie sich das Ziel „33 von 45". Weil Hören und Lesen zusammen gezählt werden, dürfen Sie sich 12 Fehler leisten. Holen Sie sichere Punkte dort, wo Sie stärker sind — ein schwaches Hören lässt sich über das Lesen schließen.
3. Üben Sie Notiztechnik. Jeder Text läuft nur einmal. Das macht eine technische Fertigkeit unverzichtbar: beim Hören nicht die Frage, sondern die Antwort markieren und ein verpasstes Item sofort loslassen, um das nächste nicht zu verlieren.
4. Zählen Sie die vier Leitpunkte beim Schreiben mit. Es gibt keine Wortzahlgrenze, aber die Inhaltsstaffel verlangt alle vier. Zählen Sie am Ende nach: eins, zwei, drei, vier.
5. Teilen Sie die 75 Minuten vorab ein. Lesen und Schreiben sind ein Block. Ohne Blick auf die Uhr bleiben dem Schreiben 10 Minuten. Setzen Sie sich eine Grenze: nach 45 Minuten ist das Lesen beendet — auch unvollständig.
6. Üben Sie Lesen Teil 5 gezielt. Die einzige Grammatikstelle der Prüfung, 6 Punkte, und eine begrenzte Themenmenge: Präpositionen, Konnektoren, Verbformen, Adjektivendungen. Kein Teil bringt pro Lernaufwand mehr.
7. Investieren Sie im Sprechen in Grammatik statt in Aussprache. Von den 50 Punkten der sprachlichen Achse zählen Korrektheit und Wortschatz je 15, Aussprache und Flüssigkeit je 10. Statt sich über den hörbaren Akzent zu sorgen, bringen sichere Formen und ein breiterer Wortschatz mehr Punkte.
Dieser Ratgeber beruht auf den offiziellen DTZ-Übungssätzen 1 und 2, dem DTZ-Prüfungshandbuch (Prüfungsziele / Testbeschreibung — Goethe-Institut und telc) sowie der Übersicht „Der DTZ auf einen Blick" von gast.de.
Prüfungsformate können aktualisiert werden; bitte prüfen Sie vor der Prüfung die aktuellen Angaben Ihres Kursträgers und Ihres Prüfungszentrums.
Österreichisches Format
Der eigenständige österreichische Aufbau der ÖSD-Prüfungen sowie die Einzelheiten der trinationalen Zusammenarbeit auf B1 folgen in Kürze.
Sieh mit dem kostenlosen Einstufungstest, wo du stehst — keine Anmeldung nötig.